Kultur/Block e.V. – Forum für Kunst und Kultur in Halle-Neustadt initiiert Möglichkeiten, den momentanen Leerstand als Ressource zu nutzen und ist damit ein Bestandteil des angemahnten Strukturwandels. Kultur/Block setzt auf die Mitwirkung der Bewohner und unterstützt Nachbarschaftsmodelle, die den Gemeinsinn vor Ort stärken. Kultur/Block bringt international und regional relevante Kulturprojekte nach Halle/Neustadt und stellt die Erfahrungen von Stadtentwicklungsinitiativen anderer Städte im In- und Ausland vor. Architekturhistorische Betrachtungen von Neustadt sollen die Identifikation im Stadtgebiet fördern.
Kultur/Block ist Katalysator und Multiplikator für Ideen von Initiativen und Aktionen im Stadtraum von Halle-Neustadt:
Die Arbeit von Kultur/Block ist interdisziplinär ausgerichtet, neben kulturellen Aktivitäten ist ebenso gesellschaftliches Engagement und Vermittlung von Wissen Aufgabe des Vereins.
Broschüre „Kultur/Block“ als PDFPlattenbausiedlungen sind noch vor den Brachen alter Industrien am Stadtrand die strategisch wichtigsten Orte für die Entwicklung künftiger Urbanstrukturen. Hilflos schauen Städteplaner, Lokalpolitiker und besonders Einwohner zu, wie Gebiete entvölkert werden, die vor nicht all zu langer Zeit Fluchtpunkt sozialistischer Familien-Träume waren. Die Neubaugebiete, hingeklotzte Suburbs mit dem Charme eines Geometrie-Lehrbuchs, manchmal auch der Versuch einer beispielhaften Modell-Siedlung, immer aber die zweite Wahl, drohen das zu werden, was sie angeblich schon lange sind: Schließfächer für die, die nicht weg können, Rentner, Arme, Gestrandete. Wer es sich leisten kann, bezieht eine hübsche sanierte Altbauwohnung oder lässt sich gleich im asozialen Speckgürtel der Stadt - einer Biedermeier-Variante der gerade zur Diskussion stehenden Plattenbauten - nieder. Die Neubaustädte scheitern an vielem: an angeblicher Anonymität, an Langeweile, an Eintönigkeit und letztlich auch an dem ihnen verpassten Image. Vor allem aber scheitern sie daran, dass sie keine Städte sind. Die Infrastruktur ist ausschließlich pragmatisch geplant. Kulturelle oder soziale Fluchtpunkte gibt es kaum, sie sind schon in der Planung oft nur als Alibi vorgesehen.